
Das Gymnasium Michelstadt war stark bei Jugend forscht vertreten. Von links nach rechts: Ronja Kauer, Mariella Schiener, Elaine Katzynski, Lilli Koniordos, Sarah Kalbfleisch, Moritz Hoche, Sophie Peters, Prof. Dr. Andreas Untergasser, Patrick Burkhardt, Henry Pilger, Alex Tran, Tim Nikel, Jan Weyrauch und Dilayla Özdemir. Auf dem Bild fehlen Gia Anh Dang und Dr. Daniel Löb.
Beim Regionalentscheid von Jugend forscht in Darmstadt setzte das Gymnasium Michelstadt ein starkes Zeichen für die MINT-Förderung in der Region: Mit insgesamt sechs eingereichten Projekten stellte die Schule die größte Teilnehmergruppe im Wettbewerb Südhessen und überzeugte zudem mit herausragenden Platzierungen.
Einen ersten Platz errang Moritz Hoche (Q3) in der Kategorie „Geo- und Raumwissenschaften“. Seine Arbeit „Rogue Life“ widmet sich einer ebenso anspruchsvollen wie faszinierenden Fragestellung: Mithilfe von Computersimulationen untersucht er die Bedingungen für mögliches Leben auf Monden sogenannter systemloser Planeten. Die Jury würdigte insbesondere den innovativen Ansatz und die konsequente Umsetzung der komplexen Modellrechnungen.
Einen interdisziplinären Preis erhielt Lilli Koniordos (Q3) für ihre Arbeit „Zölle, Chaos und Handelsströme – Modellanalyse von Schocks auf den internationalen Handel“. Sie entwickelte ein eigenes Computermodell der globalen Handelsströme und analysierte, welche Dynamiken durch abrupt eingeführte Zölle ausgelöst werden. Die Verbindung aus ökonomischer Theorie und computergestützter Simulation überzeugte die Juroren.
Beide Nachwuchsforschenden qualifizierten sich damit für den hessischen Landesentscheid am 18. und 19. März. Betreut wurden die prämierten Projekte von Dr. Daniel Löb, der für sein besonderes Engagement mit dem Betreuerpreis ausgezeichnet wurde, eine Anerkennung für die intensive und fachkundige Begleitung der Arbeiten.
Auch in der Kategorie „Chemie“ war das Gymnasium Michelstadt erfolgreich vertreten: Ronja Kauer, Mariella Schiener und Elaine Katzynski (E) erreichten mit ihrer Untersuchung „Ist Wasserstoff der Treibstoff der Zukunft?“ einen dritten Platz. Im Zentrum ihrer Arbeit stand dabei nicht nur die grundsätzliche Eignung von Wasserstoff als Energieträger, sondern vor allem die differenzierte Analyse der Effizienz von Elektrolyse- und Brennstoffzellensystemen. Mit großer experimenteller Sorgfalt untersuchten sie Wirkungsgrade und Energieverluste und leisteten damit einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zu der hochaktuellen Frage, unter welchen Bedingungen Wasserstofftechnologien tatsächlich nachhaltig sind.
Drei weitere Projekte, welche sich mit der innovativen Sequenziermethode von Oxford Nanopore befassten, konnten trotz ihrer hohen fachlichen Qualität und ihres modernen Forschungsansatzes keine Platzierung erzielen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten sich in aktuelle Verfahren der Genomsequenzierung ein, führten eigenständig Analysen durch und bewegten sich damit auf einem Niveau, das weit über schulische Anforderungen hinausgeht. Dass diese anspruchsvollen Arbeiten ohne Preis blieben, schmälert keineswegs ihre wissenschaftliche Leistung.
Betreut wurden sowohl das Chemieprojekt als auch die molekularbiologischen Arbeiten von Prof. Dr. Andreas Untergasser, dessen engagierte und fachlich versierte Begleitung maßgeblich zum hohen Niveau der Projekte beitrug. Für seinen außergewöhnlichen Einsatz wurde er mit einer gesponserten Einladung zu einem Vernetzungstreffen in Lemgo ausgezeichnet, eine verdiente Anerkennung seiner innovativen Förderung naturwissenschaftlicher Nachwuchstalente.
Die beeindruckende Bandbreite der Themen, von Astrophysik über Wirtschaftswissenschaften bis hin zur angewandten Chemie, unterstreicht das hohe wissenschaftliche Niveau am Gymnasium Michelstadt. Dass die Schule in diesem Jahr die größte Teilnehmerzahl im Regionalwettbewerb Südhessen stellte, dokumentiert eindrucksvoll die lebendige Forschungskultur und das große Engagement der Schülerinnen und Schüler wie auch der betreuenden Lehrkräfte.
Mit Spannung blickt die Schulgemeinde nun auf den Landesentscheid und darf schon jetzt stolz auf einen überaus erfolgreichen Auftritt in Darmstadt sein.