Julian Hertzig
© Joaquim Ferreira

Nach seinem Sieg im Schulentscheid des Vorlesewettbewerb im Dezember 2025 konnte Julian Aron Hertzig (6a) im neuen Jahr auch den Kreisentscheid gewinnen. Er wird das Gymnasium Michelstadt im Frühjahr nun im Bezirksentscheid vertreten. Auch dort soll aber nicht Schluss sein: Julians großes Ziel bleibt das Finale im Juni. 
Zu seinem Sieg im Kreisentscheid gratuliert die Schulgemeinde ganz herzlich und wünscht Julian viel Erfolg in den weiteren Runden!

 Auch das Odenwälder Echo berichtete in seiner Ausgabe vom 12.02. über Julians Erfolg:

Ein Sieg mit Ansage beim Vorlesewettbewerb (Kim-Judith Molitor)

Julian Aron Hertzig gewinnt den Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs in Michelstadt und setzt sich gegen sieben Konkurrenten durch. Er will es bis ins große Finale schaffen. 
Nervös blättern die acht Sechstklässler in ihren mitgebrachten Büchern, schauen sich die Textstelle noch einmal an, die sie dem Publikum und der Jury gleich vorlesen werden. Es ist still im Stadtmuseumin Michelstadt, nur ein paar leise Gespräche sind zu hören.Der zwölfjährige Julian Aron Hertzig sitzt in der ersten Reihe, sein Buch „Hotel der Magier“ von Nicki Thornton in der Hand. „Ich hoffe, dass ich gewinnen werde. Nicht nur hier, sondern insgesamt“, zeigt er sich optimistisch, wenngleich auch er seine Anspannung nicht versteckt.Wenige Minuten später geht es los, und jeder der acht Schüler aus den weiterführendenSchulen im Odenwaldkreis nimmt der Reihe nach an dem Einzeltisch ganz vorn im Saal Platz. Das Buch wird aufgeschlagen, manchmal gibt es vorab noch eine kurze Einführungin das mitgebrachte Buch, und dann wird vorgelesen.Der Vorlesewettbewerb der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereinsdes Deutschen Buchhandels wird bereits zum 67. Mal ausgetragen. Ende des Jahres 2025 wurden diese acht Sechstklässler zu den besten Vorlesern ihrer Schulen gekürt. Am Dienstagnachmittag folgte mit dem Kreisentscheid die nächste Runde. Im Auftrag der Stiftung wurde der Wettbewerb von Buchhändlerin Frauke Schindelhauer-Kaufmann(Michelstadt) organisiert. Für sie ist das selbstverständlich.„Lesekompetenz macht viel mit einem im Leben. Dadurch bildet man eine andere Sprache aus, und Lesen bildet allgemein“, meint sie. „Bücher lesen eröffnet Fantasiewelten, die man in anderen Medien schon vorserviert bekommt. Es belebt und macht neugierig“, ergänzt sie. Deshalb ist die Buchhändlerin gerne mit dabei, wenn es darum geht, jungen Menschen das Lesen schmackhaft zu machen.

Jedes vierte Kind hat Lesedefizite

Gerade mit Blick auf die nachlassende Lesekompetenz ist es aus ihrer Sicht wichtig, diese zu fördern. Die alle fünf Jahre erstellte repräsentative IGLU-Studie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) hat 2021 ergeben, dass jedes vierte Kind die Grundschule ohne ausreichende Lesefähigkeiten verlässt. Ein deutlicher Anstieg gegenüber 2016. „Die Ablenkung ist in vielen Familien so enorm vielfältig, dass Lesenlängst nicht mehr die einzige Beschäftigung ist“, sagt Frauke Schindelhauer-Kaufmann.Besonders beim sinnerfassenden Lesen täten sich viele Kinder schwer.Bald soll es feste Lesezeiten in Hessens Grundschulen geben. Deshalb möchte man an hessischen Grundschulen noch in diesem Jahr auf das sogenannte Leseband setzen. Nach dem Hamburger Vorbild sollen verbindliche tägliche Lesezeiten in den Unterricht eingebaut werden, um die Lesekompetenz zu stärken. Denn um darin besser zu werden, hilft laut Anja Fischer, Fachbeauftragte für Lesen in Grundschulen beim Staatlichen Schulamt für den Landkreis Bergstraße und denOdenwaldkreis, nur: „Vorlesen, vorlesen, vorlesen.“ Und genau das ist auch das Ziel des jährlichen Vorlesewettbewerbs. Beim Kreisentscheid haben die acht Schüler gezeigt, dass sie gerne zum Buch greifen und Freude am Lesen haben. In der ersten Runde mussten sie eine selbstgewählte Textstelle aus einem Buch ihrer Wahl präsentieren. In der zweiten Runde mussten sie ihre Lesefertigkeiten beim Vorlesen eines Fremdtextes – „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss– unter Beweis stellen. Auf Lesetechnik, Interpretation und Textauswahl kommt es an. Beim Vorlesen legen die Jurymitglieder ein besonderes Augenmerk auf die Lesetechnik – Aussprache, Betonung und Lesetempo –, die inhaltliche und atmosphärische Interpretation sowie beim Wahltext auf die Auswahl der Textstelle. In allen Kriterien konnte der von der Jury gekürte Gewinner Julian Aron Hertzig überzeugen. Der zwölfjährige Schüler des Gymnasiums Michelstadt habe laut Anja Fischer „in beiden Texten ein gutes Lesetempo“ gehabt, die Betonung gut gewählt, Spannung aufgebaut, flüssig gelesen und vor allem so, dass „man Freude beim Zuhören hatte“.Trotz der anfangs deutlich geäußerten Hoffnung habe er selbst nicht mit dem Sieg gerechnet. „Ich bin sehr überrascht, da die Konkurrenten auch sehr gut gelesen haben“,sagt er noch ganz aufgeregt darüber, dass sein Wunsch tatsächlich in Erfüllung gegangenist. Der Teilnahme am Bezirksentscheid im März oder April blickt er schon freudig entgegen – schließlich ist für ihn klar: Er will danach noch den Landesentscheid und dasFinale im Juni gewinnen.