Weihnachtskonzert 2009

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300 musizierende Schüler stimmen auf Weihnachten ein

Beeindruckendes Weihnachtskonzert des Gymnasiums Michelstadt

 

Bis auf den letzten Platz war die katholische Kirche Sankt Sebastian in Michelstadt besetzt. Dutzende Stühle wurden zusätzlich gestellt, alle Treppenstufen waren belegt und dennoch mussten viele Zuhörer stehen. So sahen sich die 300 Mitwirkenden schließlich gut 1000 Zuhörern gegenüber, die das traditionelle Weihnachtskonzert des Gymnasiums Michelstadt am Mittwoch (16.12.) besuchten.

Dass sich das Kommen gelohnt hatte, bewies der lang anhaltende und begeisterte Applaus am Ende des gut eineinhalbstündigen Konzerts. Die verschiedenen Musik-Gruppen hatten mit den leitenden Lehrkräften ein ebenso klangschönes wie abwechslungsreiches und stimmiges Programm erarbeitet.

Mit den zwei bekannten Weihnachtsliedern „Lasst uns froh und munter sein“ und „O du fröhliche“ eröffneten die Bläser der Bläserklassen-AG unter der Leitung von Joachim Hüther und Jakob März (Musikschule Odenwald) das Programm. Mit Schwung und Elan trugen die Musiker, die erst seit gut eineinhalb Jahren ihr Instrument lernen, die beiden Stücke vor.

Gut 90 Sänger umfasst der Chor der Klassen 5 und 6, der danach Aufstellung nahm. Die Freude am Singen teilte sich bei den sechs internationalen Weihnachts- und Winterliedern, die unter der Leitung von Thorsten Klingelhöfer erklangen, ganz unmittelbar mit. Neben zwei tschechischen Liedern von Petr Eben, von denen „Schnee“ durch schwerelos klare Töne und „Schlittenfahrt“ durch den Überschwang begeisterten, erklangen fetzige Rhythmen aus Venezuela, eine schöne Klangchoreographie mit dem Kanon „Ein Licht leuchtet auf“ und der bekannte Gospel „He's got the whole world in his hands“ - pfiffig aufgepeppt mit Handbewegungen und anderen Gesten. Als Begleiter gaben Janis Marquard, Lennart Levita und Richard Schwarz den Stücken, die teilweise mehrstimmig waren, eine besondere Note.

Jahreszeitlich passend wurden die Zuhörer nun vom Blockflötenensemble unter der Leitung von Joachim Hüther eingestimmt. „Der Winter“ aus dem berühmten Zyklus „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi führte die zur Zeit herrschende klirrende Kälte ohrenfällig vor, nachdem zuvor der „Herbst“ zu hören war. Dabei zeigte sich das gut besetzte Ensemble schön aufeinander abgestimmt und meisterte die nicht einfachen Stücke auf bemerkenswerte Art und Weise.

Mit einer fröhlich schreitenden Vokalkomposition des Engländers Benjamin Britten hieß danach das achtköpfige Frauenvokalensemble das Jesuskind mit „Welcome, Yole“ willkommen. Das Ensemble setzte danach die Lobpreisung mit schwelgerischem Ton und souveräner Intonation fort – diesmal mit Kompositionen des deutschen Romantikers Jospeh Rheinberger, der die Stimmen sich wunderbar abwechseln ließ und wieder zusammen fügte. Grandioses Finale dieses Blocks war die ausladende Kompostion „Noel“ von Charles Gounod. Hier schälten sich aus dem hellen Ensembleklang solistische Partien heraus, die von Clara Berg, Lucia Hillerich und Insa Schreiber wunderbar gestaltet wurden.

Winterliche Träume verbreitete im Anschluss die 25 Köpfe zählende Big Band des Gymnasiums unter der Leitung von Markus Terk. Durch den Kirchenraum erklang Irving Berlins weihnachtlicher Dauerbrenner „I'm dreaming of a white Christmas“ mit swingendem, sattem Big-Band-Sound, über den sich die angenehm warm klingenden Stimmen der Solisten Luisa Ninger und Carl Philip Weber legten.

Im nun folgenden Teil des Konzertes ertönten bis zum Schluss vornehmlich Kompositionen Georg Friedrich Händels, dessen 250.Todestag die Musikwelt in diesem Jahr beging.

Den Anfang machte der Chor der Stufen 7 bis 13 mit zwei Chören aus Händels berühmtestem Werk „The Messiah“ - „Der Messias“. Mit Konzentration und dem jungen Stimmen eigenen klaren Stimmklang meisterten die über 100 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Thorsten Klingelhöfer-Marquard den anspruchsvollen ersten Chor „And the Glory of the Lord“ aus dem Weihnachtsteil des Oratoriums. Die jubelnden Höhen des zum Hit gewordenen „Hallelujah“ schlossen den bemerkenswerten Auftritt des zahlenmäßig größten Ensembles ab. Dazwischen setzte die beschauliche und anmutige Hirtenmusik „Noel“ des Franzosen Charles Gounod einen musikalischen Kontrast. Am Klavier begleitete Joachim Hüther mit gewohnt professioneller Souveränität.

Festlich setzte das in klassischer Besetzung spielende Orchester das Konzert mit zwei Sätzen aus Händels „Feuerwerksmusik“ fort. Unter der Leitung von Markus Terk entwickelte das Ensemble eine regelrechte Klangpracht, der aber auch feine Töne nicht fremd waren. Dies offenbarte sich vor allem im abschließenden 2.Satz aus der 9.Sinfonie von Antonin Dvorak. Die rund 40 jungen Musiker zeigten sich wenig beeindruckt von den schweren Harmonien zu Beginn und gestalteten sie wie auch den von wunderbar strömenden Melodien geprägten Rest des Satzes sehr innig. Wer von den Zuhörern bis dahin noch nicht zur Ruhe gekommen war und den Weihnachtsstress ablegen konnte, dem sollte es während dieses Satzes gelungen sein.

Dieser auf äußere Wirkung verzichtende Schluss des Konzertprogramms zeigte sich besonders geglückt, entließ er doch das Publikum in freudiger Hochstimmung.

Nach guter Tradition sangen zum Ausklang alle 300 Mitwirkenden gemeinsam mit dem Publikum „Tochter Zion“ wiederum von Georg Friedrich Händel.